Kolumne Life | Wie eine Entscheidung alles verändert

Die Kolumne „Life“ ist eine Sammlung verschiedener Lebensthemen, die Bibi und mich bewegen und über die wir offen mit euch reden möchten. In der heutige Kolumne geht es um das Thema „Entscheidungen“. Jeder von uns steht täglich vor der Herausforderung sich entscheiden zu müssen. Bei uns Frauen fängt dies ja meistens schon morgens vor dem Kleiderschrank an. Aber wie geht es uns, wenn wir eine weitaus wichtigere, vielleicht sogar lebensentscheidende Entscheidung zu treffen haben?

Kopf über Herz

Von einem auf den anderen Augenblick ändert sich alles. Man hat vorher noch ein wunderschönes Wochenende gehabt und kurz darauf ist dies nur noch eine Nebensache.
Letzten Sonntag rief Bibi mich abends total aufgelöst an und erzählte mir, dass sich der Zustand unserer kleinen Hündin Lucy verschlechtert hat. Ich konnte oder wollte es nicht glauben und musste daher alles wissen, was sie macht, ob sie gefressen hat, wie sie auf Mama und Co reagiert und ob sie sich überhaupt noch bewegen kann…

Aber fangen wir vielleicht vorne an und schauen vier Monate zurück. Da fing nämlich alles an. Ich war zu Besuch bei unseren Eltern und habe (wie sonst auch) eigentlich einen ganz normalen Spaziergang mit Lucy gemacht. Als wir zurückkamen merkte ich schon, dass irgendetwas nicht stimmte. Von jetzt auf gleich veränderte sich ihr Verhalten. Sie konnte sich kaum noch auf den Beinen halten, aß und trank nichts mehr und reagierte auf keinen von uns so richtig. Sie war regelrecht apathisch. Meine Mum und ich entschieden dann kurzer Hand, mit ihr in die Tierklinik zu fahren und sie untersuchen zu lassen. Ganz in der Hoffnung, Lucy habe nur etwas falsches gefressen. Doch dem war leider nicht so. Die Ärzte in der Klinik erzählten uns, dass unsere Kleine in die Bauchhöhle blutet, die Mils angeschwollen sei und dies auf einen Tumor schließen lässt. Ich werde den Satz der Ärztin wohl nie vergessen, als sie uns bat uns zu entscheiden, ob wir sie notoperieren lassen wollen oder nicht: „Sie hat nicht viel Zeit.“ In diesem Moment gab es für uns kein Entweder-Oder. Für uns stand fest, wir operieren! Und sie hatte es geschafft, kam am nächsten Tag wieder nach Hause und rappelte sich langsam wieder auf. Eine Woche später kam dann die Schock-Nachricht aus dem Labor: Der Tumor war agressiv bösartig und wir hätten maximal noch drei Monate mit ihr. Der August wurde somit unser Angst-Monat…

Aber als dann vor kurzem der August geschafft war, stieg bei uns die Hoffnung, dass unser Tiger (wie ich sie immer nannte :)) es noch lange schaffen kann. Sie ist (war) eine Kämpferin! Als mich Bibi dann letzten Sonntag aber anrief und mir erzählte, wie es Lucy geht, wusste ich es eigentlich schon. Ich wollte es nur nicht wahr haben. Wie kann das sein? Ihr ging es doch die letzten Wochen so gut!

Die schwerste Entscheidung

Nun war der Tag da, an dem wir uns endgültig entscheiden mussten. Zur Tierklinik fahren oder noch abwarten, vielleicht wird es ja doch besser? Soll man da auf den Kopf hören oder auf sein Herz? Mein Herz raste und ich war mir sicher, ich wollte sie noch nicht gehen lassen. Aber sie litt so sehr und hatte Schmerzen. Nach einigem Hin und Her musste der Verstand entscheiden und es war wohl die schwerste Entscheidung. Unsere Eltern sind zusammen zur Tierklinik gefahren und aus einer Vorahnung wurde dann leider traurige Gewissheit – erneute Blutungen. Nach etlichen Minuten des Wartens rief mich meine Mum an und sagte nur: „Sie ist in meinen Armen eingeschlafen.“. Ich war und bin immer noch voller Schmerz. Auch jetzt wenn ich diese Zeilen schreibe, frage ich mich, ob wir nicht eine andere Entscheidung hätten treffen können. Hatten wir wirklich keine andere Wahl? Sie ist doch nur 6 Jahre alt geworden.

rosen_laterne

Ich glaube für viele, die keine eigenen Haustiere oder insbesondere Hunde haben, ist dieser Schmerz nur schwer nachzuvollziehen. Wenn man aber so viele Jahre mit ihnen verbringt und in sein Herz schließt, werden sie auch zu einem wichtigen Teil der Familie und deines Lebens. Man trauert einfach um ein Familienmitglied.

spruch

Ist euch soetwas auch schon einmal zugestoßen? War es die richtige Entscheidung, sie nicht weiter leiden zu lassen?

Wir lieben und vermissen dich!
Liebst,
_TLS_Dani-raw_trans2-03

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s